Moorschutz

Moore gehören zu den ersten Naturschutzgebieten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland ausgewiesen wurden (z.B. Plagefenn in Brandenburg 1907). Trotzdem gibt es heute weniger Moore als damals und davon sind über 95 % entwässert und somit bedroht [1].

Herausforderungen

Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung beeinflussen Moore direkt oder indirekt, über ihr Einzugsgebiet. Atmosphärische Stickstoffeinträge, aus Tierhaltung, Industrie und Verkehr verursacht, gefährden insbesondere Hochmoore. Die Intensivierung der Landnutzung und die Nutzungseinstellung naturnaher Wiesen führt u.a. zum Verschwinden konkurrenz-schwacher Arten [1].

Zudem erschweren institutionelle Aspekte Moorschutzaktivitäten. Verschiedenste Behörden müssen einbezogen werden, um Fragen des Naturschutzes, des Wassers und der Landwirtschaft zu berücksichtigen. Besitzverhältnisse sind meist sehr zerstückelt, was einen langen Prozess aller Beteiligten notwendig macht, um die Zustimmung aller zu erhalten. Jedes Bundesland hat eigene Schwerpunkte im Moorschutz und viele Daten über Moore sind veraltet (mit Ausnahme von Brandenburg), was eine koordinierte Moorschutzpolitik erschwert. Schädliche Nutzungen sind weiterhin erlaubt und gesellschaftliche Transferzahlungen geben falsche Anreize [1].

Weitere Informationen und Quellen

[1]   Trepel M., Pfadenhauer J., Zeitz J., Jeschke L. (2017): Germany. p.413-424. In Joosten H., Tanneberger F, Moen A (Hrsg.): Mires and peatlands of Europe. Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart. 780.