Verbundvorhaben BOnaMoor

Optimierung der Biomasseproduktion auf nassen Moorstandorten und deren thermische Verwertung

Hintergrund

Die herkömmliche landwirtschaftliche Nutzung von Mooren erfordert deren Entwässerung und verursacht enorme Treibhausgasemissionen sowie fortschreitenden Moorschwund (Sackung,Zersetzung, Erosion). Durch Anhebung der Wasserstände und die Umsetzung von Paludikultur (palus lat. Sumpf; landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorstandorte), können die Emissionen erheblich reduziert, eine weitere Degradierung des Torfkörpers gestoppt und ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz im Bereich Landnutzung geleistet werden. Das Verbundprojekt BOnaMoor untersucht daher Möglichkeiten der Optimierung der Bereitstellung, Aufbereitung und thermischen Verwertung der Biomasse von nassen Moorstandorten.

Projektziele

Ausgehend von der bisherigen Nutzung nasser Moorstandorte im Rahmen der Landschaftspflege sowie der thermischen Verwertung von Landschaftspflegeheu, verfolgt das Projekt das Ziel, den Energiepflanzenanbau auf Niedermoorstandorten zu optimieren und weiter zu entwickeln. Die Ziele des Projektes sind:

  • Entwicklung nachhaltiger und ökonomisch tragfähiger Anbausysteme und Wertschöpfungsketten für Biomasse von nassen Niedermoorstandorten
  • Optimierung der Produktion nachwachsender Rohstoffe auf nassen Niedermooren
  • Optimierung der thermischen Verwertung von Biomasse aus nassen Niedermooren

Arbeitspakete

Projektkoordination, Öffentlichkeitsarbeit
und Praxistransfer AP 1: Projektkoordination, Öffentlichkeitsarbeit und Praxistransfer
Das Arbeitspaket gewährleistet neben der Organisation des Projektablaufes den wissenschaftlichen Austausch und den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis. Dies wird durch eine zielgruppenspezifischen Synthese, Aufbereitung und Vorstellung der Projektergebnisse erreicht.

 Evaluierung und Optimierung des Erntezeitpunktes AP 2: Evaluierung und Optimierung des Erntezeitpunktes im Hinblick auf Verbrennungseigenschaften und Nährstofftransfer
Im Projekt wird die Elementarzusammensetzung der im Heizwerk Malchin im Rahmen der Praxisversuche verfeuerten Biomassen (Landschaftspflegeheu: Seggen, Rohrglanzgras; Schilf; Stroh; Holzhackschnitzel) bestimmt. Die jahreszeitliche Veränderung der Elementkonzentrationen, der Einfluss der Artenzusammensetzung sowie der Aufbereitungsform (Heu, Silage), werden auf den Flächen des Landwirtschaftsbetriebes Voigt untersucht.

Evaluierung und Optimierung der thermischen Verwertung AP 3: Evaluierung und Optimierung der thermischen Verwertung
Im Projekt werden die Praxisversuche im Heizwerk Malchin wissenschaftlich begleitet und Empfehlungen für die Praxis erarbeitet (siehe Beschreibung Praxisversuche). Darüber hinaus werden systematisch Laboruntersuchungen durchgeführt, und Empfehlungen für die Übertragbarkeit ausgearbeitet. Hierdurch können Potentiale bei der Verwertung neuer Energiepflanzen von nassen Moorstandorten erschlossen werden.

Ökonomische  & ökobilanzielle Bewertung AP 4: Ökonomische & ökobilanzielle Bewertung
Im Arbeitspaket werden die betriebswirtschaftlichen Wärmebereitstellungskosten und Umweltauswirkungen der verschiedenen im Projekt untersuchten Brennstoff-­Bereitstellungsketten ermittelt und analysiert. Für die Nutzungsumstellung von entwässerungs­basierten auf nasse Bewirtschaftungsverfahren werden Opti­mierungs­potentiale identifiziert und Opportunitätskosten analysiert. Außerdem erfolgt eine volkswirtschaftliche Betrachtung des Bioenergiesystems, d.h. eine Bewertung unter Berücksichtigung von externen Kosten und Nutzen. mehr...

Verbundpartner

  • Arbeitsgruppe Moorkunde und Paläoökologie, Institut für Botanik und Landschaftsökologie, Universität Greifswald (Dr. Wendelin Wichtmann), Arbeitspaket 1 & 2
  • Lehrstuhl für AVWL und Landschaftsökonomie, Universität Greifswald (Pro. Dr. Volker Beckmann), Arbeitspaket 4
  • Fachbereich Umwelttechnik/Regenerative Energien, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
    (Prof. Dr.- Ing. Mirko Barz), Arbeitspaket 2