Konferenz

Moorschutz ist Klimaschutz

28.03.2022 / 9-17 Uhr / Landesvertretung Niedersachsen Berlin

Entwässerte Moorböden stellen weltweit eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen dar. In Deutschland stammten im Jahr 2019 6,7 Prozent (ca. 53 Mio. t CO2-Äq.) der Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von organischen Böden infolge von Entwässerung und Torfnutzung. Mit der im Oktober 2021 unterzeichneten Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz haben sich die zuständigen Ministerien des Bundes und der Länder auf gemeinsame Rahmenbedingungen für Moorbodenschutz geeinigt. Bis zum Jahr 2030 sollen die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden um fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert werden. Wiedervernässung ist nachweislich eine Schlüsselmaßnahme zum Minimieren der hohen THG-Emissionen. Die standortgerechte nasse Nutzung (Paludikultur) ermöglicht eine weitere Bewirtschaftung und zielt somit auf den Erhalt der Wertschöpfung.

Das Projekt MoKli – Moor- und Klimaschutz mit Landnutzern realisieren wird von zwei Partnern im Greifswald Moor Centrum (Michael Succow Stiftung & Universität Greifswald) zusammen mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege durchgeführt. Es wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung gefördert. Im Fokus steht die Weiterentwicklung praxistauglicher Lösungen, um den Moorschutz in die Fläche bringen. Dafür wurde in fünf Modellregionen in den moorreichen Bundesländern Aufklärung zu Mooren betrieben, zur Umstellung auf Paludikultur beraten, Kooperationen aufgebaut und neue Verwertungsketten für Moor-Biomasse angestoßen.

Im Projekt wurde auch ein neues Berufsbild entwickelt: Moor-Klimawirte sind Landwirtinnen und Landwirte, die Klimaschutzleistungen bei der Bewirtschaftung von Moorböden erbringen. Um viele von ihnen von torferhaltenden Wirtschaftsweisen zu überzeugen, müssen gleichsam die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen mit einem Strauß von Instrumenten angepasst werden. Auf dieser Konferenz möchten wir Ihnen die vielfältigen Lösungsansätze anhand von Praxisbeispielen vorstellen und mit Ihnen diskutieren, wie sie in den nächsten Jahren als Teil der Klimaschutz-Strategien auf verschiedenen Ebenen zu einer großflächigen, beschleunigten und praxisorientierten Anwendung kommen können.

Die Veranstaltung richtet sich an Parlamentarier*innen, Vertreter*innen von Ministerien und Behörden aus Bund, Ländern und Kommunen, Verbändevertreter*innen aus Land- und Wasserwirtschaft, Klima- und Naturschutz sowie weitere Entscheidungsträger.

Programm der Konferenz

28.03.2022 / 9-17 Uhr / Landesvertretung Niedersachsen Berlin

09:00 Registrierung

10:00 Begrüßung
            Dr. Franziska Tanneberger (GMC) &
            Dr. Jürgen Metzner (DVL)
            tba, BMUV
            tba, ML Niedersachsen

10:30 Moore in Deutschland & ihre Bedeutung für den Klimaschutz
            Prof. Hans Joosten (GMC)

10:50 Moorklimaschutz mit Landnutzern realisieren - Erfahrungen und Lösungsansätze
            Susanne Abel (GMC) &
            Liselotte Unseld (DVL)

11:05 Akteure und Beteiligungsformate: Erfahrungen aus der Modellregion „Obere Peene“ (M-V)
            Sophie Hirschelmann (GMC) & Dr. Uta Berghöfer (DVL) mit Akteuren aus der Region

11:30 Verwertungswege von Paludikultur-Biomasse: was hat Potential und wo liegen die Herausforderungen?
            Anke Nordt (GMC) und Kurz-Inputs aus der Praxis

12:00 Mittagspause

13:00 Die Rolle der Wasser- und Bodenverbände beim Moorschutz
            Matthias Reimers, Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen, Schleswig-Holstein

13:25 Moor-Klimawirt: ein neues Berufsbild?
            Sebastian Petri (Landwirt BB)
            Henning Voigt (Landwirt M-V)
            Dr. Ulrich Mäck (ARGE Donaumoos, BY)
            Anja Schumann (Naturweiden e.V)

14:20 „unbezahlbar wie Atmen ist“
            Gedichtrezitation Sylvia Geist

14:30 Kaffeepause

15:15 Impuls-Vortrag: Politische Rahmenbedingungen
            Jan Peters (Succow Stiftung)

15:30 Politische Diskussionsrunde: Quo vadis Moorschutz?
            Wie kommen wir schneller in die großflächige Umsetzung?
            Teilnehmende (alle angefragt):
            Steffi Lemke (BMUV)
            Barbara Otte-Kinast (ML NI)
            Cem Özdemir (BMEL)
            Bernhard Krüsken (DBV)
            Prof. Kai Niebert (DNR)
            Sabine Nallinger (Stiftung KlimaWirtschaft)

17:00 Ende der Veranstaltung

Moderation: Dr. Tanja Busse

Anmeldung zur Konferenz

28.03.2022 / 9-17 Uhr / Landesvertretung Niedersachsen Berlin

Die Teilnehmerzahl ist auf 200 Personen begrenzt, die Veranstaltung wird auf dieser Webseite auch in einem Live-Stream übertragen. Dafür ist keine Anmeldung erforderlich.

Die Plätze für die Präsenzveranstaltung sind derzeit ausgebucht. Wir führen eine Warteliste. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich.

Hier geht es zur Online-Anmeldung. Sie erhalten nach Ihrer Anmeldung eine automatisierte Anmeldebestätigung (bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner!). Die Nachrücker werden von uns informiert, sobald wieder Plätze verfügbar sind. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Während der Veranstaltung werden Bild- und Tonaufnahmen zum Zweck der öffentlichen Dokumentation der Veranstaltung und der Partner im Greifswald Moor Centrum, Succow Stiftung und Universität Greifswald, sowie des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege gemacht. Die Verwendung und Veröffentlichung ist vorgehsehen für Websites, Social Media oder Publikationen.

Corona-Hinweise

Die Teilnahme an der Konferenz ist unter den dann gültigen Infektionsschutzregelungen der Landesvertretung Niedersachsen. Bitte informieren Sie sich vorab auf deren Website der Landesvertretung.

Angemeldete Personen erhalten einige Tage vor der Veranstaltung die aktuellen Informationen zum Infektionsschutz per E-Mail.

Sollte aufgrund der Inzidenzen in der Corona-Pandemie die Veranstaltung nicht analog stattfinden können, wird sie als Online-Konferenz durchgeführt. In einem solchen Fall informieren wir Sie so zeitnah wie möglich

DVL GMC

Förderung

BMUDas Projekt MoKli läuft von März 2019 bis Februar 2022 und wird gefördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutz­initiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.