MoKli - Veranstaltungen

Überblick über zukünftige und zurückliegende Veranstaltungen im Projekt MoKli.

Verwertungsmöglichkeiten von Biomasse aus nassen Mooren: Beispiele aus der Praxis

Informationsveranstaltung 18.03.2020, 10 – 16 Uhr Hamme Forum, Ritterhude bei Bremen

Hinweise zum neuartigen Coronavirus

Die Veranstaltung muss aufgrund einer Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes abgesagt werden. Wir werden Sie dann über den Nachholtermin informieren.

Angesichts des Klimawandels rückt die Moor-Wiedervernässung, nicht nur zur Sicherung der Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch als notwendigen Beitrag zur Lösung der Klimaproblematik in den Blickpunkt. Die Fortführung einer Bewirtschaftung bei hohen Wasserständen stellt jedoch einen Paradigmenwechsel der Moornutzung dar und erfordert völlig neue Konzepte, Kulturen und Technik. Deswegen sind neue Nutzungsalternativen, die mit den nassen Böden zurechtkommen, gefragt – sog. Paludikulturen. Wie kann man diese Biomasse nutzen? Welche Absatzmärkte gibt es? Welche könnten für Schilf, Seggen, Rohrkolben oder Torfmoos angepasst und etabliert werden? Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Möglichkeiten der Verwertung von Biomasse aus nassen Mooren praxisnah mit Vorträgen von Beispiel-Betrieben und einem Markt der Möglichkeiten, um mit Experten und Betreibern intensiv ins Gespräch zu kommen.

Zielgruppe
Landwirte, Flächeneigentümer, Verbände, Verwaltung, Flächenagenturen, Unternehmen, Investoren

Details & Programm

Info-Tag Verwertung Programm (pdf | 1MB)

Feldtag Heizwerk Malchin, Mecklenburg-Vorpommern - 18.09.2019

Wie Schilf im Kessel verlässlich Wärme für Haushalte, Schulen und weitere öffentliche Gebäude einer Kleinstadt liefern und dabei das Klima schützen kann, zeigt der Feldtag am 18. September im Heizwerk Malchin.

Interessenten waren zur kostenfreien Führung durch das Heizwerk und der anschließenden Besichtigung der Ernteflächen herzlich eingeladen.

Kurz-Bericht

Über 50 Teilnehmende folgten am 18. September der Einladung vom Greifswald Moor Centrum das Heizwerk und die naheliegenden Ernteflächen zu besichtigen. Die Landwirte sowie Vertreter aus Behörden, NGOs und Verbänden kamen aus verschiedenen Moorregionen Deutschlands wie der Diepholzer Moorniederung, dem Landkreis Osterholz in Niedersachsen, aus Dithmarschen in Schleswig-Holstein und aus Brandenburg.

Der Feldtag zeigte, wie zukunftsfähige Energiegewinnung in Mecklenburg-Vorpommern aussehen und dabei doppelt Klimaschutz betrieben werden kann. Ludwig Bork, der Inhaber des Heizwerkes der Agrotherm GmbH, erklärte, wie Landschaftspflegeheu von wiedervernässten Flächen in Wärme für die regionale Versorgung umgewandelt wird, das fossile Energieträger ersetzt. Eine kleine Ausstellung mit verschiedenen Materialien aus Biomasse von nassen Mooren machte klar, dass auch die stoffliche Nutzung großes Potential für die Wertschöpfung besteht.

Im Anschluss erläuterten Greifswalder Wissenschaftler auf naheliegenden Ernteflächen, dass durch die Wasserstandsanhebung die CO2 -Emissionen reduziert wurden. Viele der Teilnehmenden nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich bei Neukalen die Einrichtung einer neuen Versuchsfläche des Paludi-PRIMA Projektes der Universität Greifswald anzuschauen. Hier werden auf 8 ha vernässtem Niedermoor Rohrkolben und Schilf gepflanzt, um Management, Ernte und Verwertung zu untersuchen. Die Demonstrationsfläche soll helfen, Paludikultur in die Praxis zu bringen und offene Fragen zu klären.

Ludwig Bork erklärt, wie das Heizwerk arbeitet und welche Hürden er bei der Inbetriebnahme nehmen musste. Heute sind alle „Kinderkrankheiten“ behoben.

Carolin Priefert (DVL) berichtet über die Möglichkeiten von Landschaftspflegeverbänden Moor- und Klimaschutz durch Kooperationsaufbau umzusetzen.

Auch ein tiefer Blick in den Kessel wurde dem interessierten Publikum auf dem Feldtag ermöglicht.

Bei der Feldbegehung wurde auch ein Bohrkern mit Torf entnommen, um die Degradation der langjährigen Entwässerung des Standortes aufzuzeigen.

Einrichtung einer neuer Versuchsfläche des Paludi-PRIMA Projektes der Universität Greifswald.