Paludi-PRIMA

Paludikultur in die Praxis bringen: Integration – Management – Anbau

Hintergrund

Entwässerte Moorböden sind in Deutschland für 37% der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich, obwohl sie nur 7% der landwirtschaftlichen Fläche einnehmen. Neben den Emissionen führt die herkömmliche Bewirtschaftung zu Bodendegradation, Moorschwund und steigenden Entwässerungskosten. Um der Gefahr der langfristigen Nutzungsaufgabe und des vollständigen Verlusts landwirtschaftlicher Produktionsflächen entgegen zu wirken, werden für Moorböden alternative Bewirtschaftungsformen bei flurnahen Wasserständen entwickelt: Paludikultur. Das Verbundprojekt Paludi-PRIMA untersucht mit Schilf und Rohrkolben einheimische Pflanzenarten, die an wassergesättigte Böden angepasst sind, den Torferhalt ermöglichen und durch die stoffliche Verwertung der Biomasse ein hohes Wertschöpfungspotential haben.

Ziele des Projekts

Paludi-PRIMA soll dazu beitragen, Paludikultur auf Niedermoorstandorten in die Praxis zu bringen. Hierfür umfassen die Projektaufgaben eine große Bandbreite, die von der Grundlagenforschung, über den Praxisanbau auf ca. 8 Hektar bis hin zur Erarbeitung von Empfehlungen für Landwirte, Behörden und Politik reicht. Folgende Fragestellungen sollen bearbeitet werden:

  • Welche Arten bzw. Genotypen von Rohrkolben (Typha angustifolia, Typha latifolia) und Schilf (Phragmites australis) sind für unterschiedliche Standorte und Verwertungslinien geeignet?
  • Welchen Einfluss haben Standortauswahl und Management (Wasserstand, Nährstoffverfügbarkeit, Ernteregime) auf Produktivität und Biomassequalität?
  • Welche Kosten entstehen bei der Umstellung auf Paludikulturen (Flächenvorbereitung, Anbau, Management, Ernte, Trocknung, Lagerung)?
  • Wie ist die Wirtschaftlichkeit von Paludikulturen in Abhängigkeit von Biomassequalität und möglicher Verwertungswege einzuschätzen?
  • Wie kann Paludikultur in Agrarpolitik, Genehmigungsrecht und Planungsprozesse integriert werden?

Arbeitspakete

  • AP 1: Koordination, Wissenstransfer, Übertragbarkeit
  • AP 2: Genotypisierung von Schilf
  • AP 3: Praxisanbau & Ernte
  • AP 4: Management
  • AP 5: Biomassequalität
  • AP 6: Ökonomie von Paludikulturverfahren

Verbundpartner

  • Arbeitsgruppe Moorkunde und Paläoökologie, Institut für Botanik und Landschaftsökologie, Universität Greifswald, Arbeitspaket 1, 3 & 5
  • Arbeitsgruppe Allgemeine und Spezielle Botanik, Institut für Botanik und Landschaftsökologie, Universität Greifswald, Arbeitspaket 2
  • Experimentelle Pflanzenökologie, Institut für Botanik und Landschaftsökologie, Universität Greifswald, Arbeitspaket 4
  • Lehrstuhl für AVWL und Landschaftsökonomie, Universität Greifswald, Arbeitspaket 6
  • Institut für Pflanzenproduktion & Betriebswirtschaft, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Arbeitspaket 1 & 6