Mesokosmenexperiment des AP 4 im Projekt Paludi-PRIMA

In AP 4 des Projekts werden die Auswirkungen unterschiedlichen Managements auf Schilf und Rohrkolben untersucht. Dazu wird ein Mesokosmen-Experiment genutzt: 5 verschiedene Schilf-Klone (Phragmites australis) sowie die Arten Breitblättriger und Schmalblättriger Rohrkolben (Typha latifolia und Typha angustifolia) werden bei verschiedenen Wasserständen und Düngestufen kultiviert.

Die Schilf-Klone stammen aus Dachschilfbeständen in Mecklenburg-Vorpommern, da die Eignung als Dachschilf ein zentrales Anliegen des Projektes ist.

Das Experiment ist als Gradientenexperiment angelegt. Die Pflanzen werden einem fein abgestuften Gradienten eines Umweltfaktors ausgesetzt, oft gehen Minima und Maxima dieses Gradienten über die natürlichen Werte hinaus.

Im Mesokosmenexperiment wird der Einfluss zweier Umweltfaktoren auf die Pflanzen untersucht: Zum Einen die Nährstoffverfügbarkeit (Stickstoff, Phosphor, Kalium) und zum Anderen der Wasserstand. Es gibt 15 Nährstoffstufen zwischen sehr niedriger Nährstoffverfügbarkeit und Überdüngung. Zwischen Überflutung und einem Wasserstand deutlich unter Flur gibt es 15 Wasserlevel.

Wachstum und Vitalität der Pflanzen werden untersucht, um Managementstrategien ableiten zu können und geeignete Arten bzw. Klone für verschiedene Bedingungen empfehlen zu können. Konkret werden am Mesokosmenexperiment gemessen:

  • Die Entwicklung der verschiedenen Schilf-Klone und Rohkolben-Arten durch ein wöchentliches Monitoring während der Wachstumssaison.
  • Die Fitness der Pflanzen durch Messung der Photosynthese.
  • Das Aerenchymvolumen der Wurzeln, welches die Anpassung der Pflanzen an die verschiedenen Umweltbedingungen wiederspiegelt.
  • Biomassequantität und -qualität bei der Ernte am Ende des Experiments. Die produzierte Biomasse wird für Qualitätsuntersuchungen im AP 5 genutzt.