REMEMBER - Die Rolle emergenter Makrophyten bei der Reduzierung der biogenen Belastung von Gewässerökosystemen

Hintergrund

Jährlich gelangen Tonnen von Stickstoff (~ 44.500) und Phosphor (~1.500) in die Ostsee. Flüsse sind die Hauptquellen für solche Nährstoffeinträge. 75% des gesamten Stickstoffs (N) und der größte Teil des gesamten Phosphors (P), der von Flüssen in die Ostsee transportiert wird, stammen aus diffusen Quellen im Einzugsgebiet. Die Memel (Neman, Nemunas) ist der viertgrößte Fluss im Ostsee-Einzugsgebiet. Der Hauptstrom ist rund 940 Kilometer lang, entspringt bei Minsk, fließt in das Kurische Haff und schließlich in die Ostsee. Am Oberlauf des Memel-Einzugsgebietes in Nord-West Weißrussland liegen die Naroch-Seen. Die Gewässer und ihre angrenzenden semiaquatischen Ökosysteme (Seeuferröhrichte, Niedermoore) sind die Besonderheit der Region Naroch und prägen auch den Nationalpark "Narochansky". Die Moore im Einzugsgebiet der Naroch Seen sind entwässert und werden als Grünland landwirtschaftlich genutzt, was zu einem Abbau der organischen Substanz und neben hohen Treibhausgasemissionen zu einem beschleunigten Oberflächenwasserabfluss und einem hohen Nährstoffeintrag in die Gewässer führt.

Mit dem Projekt REMEMBER soll die Rolle von Röhrichten und Rieden in semiaquatischen Ökosystemen des Naroch Nationalparks bezüglich des Nährstoffeintrags und -rückhalts in Klarwasserökosysteme beleuchtet werden.

Ziele des Projektes

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, am Beispiel des Naroch Nationalparks die Nährstoffaufnahme und -speicherung durch emergente Makrophyten in semiaquatischen Ökosystemen zu bewerten, um Wege zur Nährstoffreduktion in offenen Gewässern zu finden.

Optimale Bedingungen für die Entnahme von Pflanzenbiomasse sollen untersucht werden, womit gleichzeitig eine Nährstoffentnahme aus dem Ökosystem stattfindet. Die geerntete Biomasse kann z.B. als Rohstoff für Baustoffe oder Energie verwendet werden, was Anreize für die Entwicklung/Ansiedlung von Unternehmen und Betrieben bietet. Auf regionaler Ebene sollen die Ergebnisse des Projekts zur Entwicklung und Förderung lokaler Bewirtschaftungspläne als Grundlage zur Verbesserung der Wasserqualität im Einzugsgebiet der Ostsee einen Beitrag leisten.

Projektkonsortium