Landwirtschaft auf nassen Hochmooren

Torfmooskultivierung


Ernte von angebauten Torfmoos

Torfmooskultivierung ist der Anbau von Torfmoosen (Sphagnum) zur Produktion von Torfmoos-Biomasse als nachwachsender, umweltfreundlicher Rohstoff.

Produktionskette
  • Saatgut: Als Saatgut für die Etablierung einer Torfmooskultur werden zerkleinerte Torfmoose verwendet, aus denen neue Torfmoospflanzen wachsen.
  • Einrichtung: Torfmoos-Fragmente werden auf einer ebenen Torffläche gleichmäßig ausgestreut und mit Stroh abgedeckt. Bewässerungsgräben sorgen für die konstante Wasserversorgung der Torfmoose.
  • Etablierung: Die Etablierung eines geschlossenen Torfmoosrasens und damit der Torfmooskultur kann innerhalb von 1,5 Jahren erfolgen.
  • Wachstum: Ein gleichmäßig hoher Wasserstand sorgt für ein gutes Wachstum und höchste Erträge.
  • Ernte: Bei der Ernte werden die Torfmoose abgeschnitten. Die auf der Fläche verbliebenen Torfmoosstängel wachsen weiter.

Torfmoos-Biomasse als Torfmoosersatz


Torfmoos als Substratrohstoff

Torfmoos-Biomasse

Torfmoos-Biomasse ähnelt in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften Torf. Pflanzenbauliche Versuche und die Praxis haben die Eignung der Torfmoose für Kultursubstrate im Gartenbau bestätigt. Torfmoose aus Paludikultur bieten daher die Chance, Torf als Substratrohstoff substantiell zu ersetzen.

Visionen für die Torfmooskultivierung

Die deutsche Nachfrage nach hochwertigem Weißtorf (3 Mio m³ pro Jahr) kann nachhaltig und klimaschonend durch 40.000 ha Torfmooskultivierung befriedigt werden. Für die großflächige Umsetzung von Torfmooskultivierung in Deutschland und die schrittweise Änderung der Landnutzung von Hochmoorflächen ist neben technischen (Weiter)Entwicklungen insbesondere politischer Wille und die Verbesserung der derzeitigen Rahmenbedingungen (z. B. Sonderregelung bei Umwandlung von Dauergrünland, Honorierung von Ökosystemdienstleistungen, Inves titionsförderung) erforderlich. mehr...

Drosera Anbau


Sonnentau-Kultur

Der rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist seit dem 13. Jahrhundert eine begehrte Heilpflanze gegen Husten und Lungenerkrankungen. Als pflanzliche Arznei dienen alle Pflanzenteile inklusive der Wurzel (Drosera herba).

Infolge von entwässerungsbasierter Nutzung sind die meisten europäischen Moore degradiert und bieten nicht länger Lebensraum für den Sonnentau. Wildsammlungen von der selten gewordenen und geschützten Art sind heutzutage nur noch in geringem Umfang möglich. Deshalb werden heute v. a. asiatische und afrikanische Sonnentau-Arten verwendet, die aber wesentlich geringere Konzentrationen an wirksamen Inhaltstoffen enthalten. Der Anbau von Sonnentau auf wiedervernässtem Hochmoor wird zurzeit erprobt und bietet eine neue Alternative für die Beschaffung von Drosera herba aus rundblättrigem Sonnentau. mehr...

Weitere Informationen

[1]   Flyer "Landwirtschaft auf nassen Hochmooren" (pdf | 0,6 MB)

[2]   Seite Torfmooskultivierung. Link...

[3]   Seite Sonnentau/Drosera-Kultivierung. Link...