Aktuelles

2022

Moorschutzstrategie

Super, aber kann noch effektiver

9/11/2022 Die Bundesregierung hat die Moorschutzstrategie beschlossen. Die Succow Stiftung freut sich sehr darüber. Damit die Strategie effektiv wirkt, rücken wir noch einige Details in den Blick.
Deutschland hat eine Moorschutzstrategie - und zwar getragen von der gesamten Bundesregierung! Mit ihrem heutigen Kabinettsbeschluss setzt die Bundesregierung eine ihrer Ankündigung aus den Koalitionsvertrag um. Die neue Strategie unterscheidet sich zwar nur in Nuancen von dem bereits in 2021 vom Bundesumweltministerium beschlossen Papier, jedoch verpflichtet sie nun die gesamte Regierung mit allen Ressorts, die Moore stärker in politischen Entscheidung zu berücksichtigen. Dieses klare Bekenntnis, Moorschutz nicht als Nischenaufgabe, sondern als Mainstream in allen Geschäftsbereichen der Bundesregierung, in der Beschaffung und auf bundeseigenen Flächen als Vorbild zu implementieren, begrüßt die Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum sehr. Außerdem steht mit dem bereits im Sommer verabschiedeten Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz endlich auch ein angemessen ausgestatteter Handlungsrahmen zur Umsetzung zur Verfügung. Um die große Moortransformation als gesamtgesellschaftilchen Prozess zu schaffen, ist es jedoch wichtig Planungs- und Genehmigungsverfahren zu entbürokratisieren und zu beschleunigen. Dafür braucht es neben planungsrechtlichen Anpassungen auch zusätzliche Kapazitäten auf allen Ebenen, die mittelfristig nur über Bildungsangebote an Schulen, Hochschulen und Fortbildungsstätten aufgebaut werden können. Mit dem Projekt MoKKa unterstützt die Succow Stiftung schon heute diesen Prozess. Unsere Anmerkungen zur Moorschutzstrategie im Detail bietet unsere heutige Medieninformation.

Quelle: Michael Succow Stiftung

Viel Moor drin, aber etwas Luft ist noch

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

28/10/2022 Moorschutz als naturbasierte Lösung für effektiven Klimaschutz ist im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz umfangreich berücksichtigt, stellt das Greifswald Moor Centrum in seiner Stellungnahme im heute endenden Online-Dialog des BMUV zu diesem Programm fest. Aber etwas Verbesserungsbedarf gibt es noch. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Die Zielvorgabe von 5 Millionen t CO2-Äq. jährlicher Reduktion aus Moorböden bis 2030, die auch in der Moorschutzstrategie festgelegt ist, liegt noch niedrig. Das sind weniger als 10 % der momentanen jährlichen Moor-Emissionen von 53 Mio. t CO2.
Das Framing sollte sich ändern. Die Moorflächen Deutschlands werden derzeit überwiegend (85%) land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Der Begriff „Renaturierung“ suggeriert eine vom Menschen unbeeinflusste Naturentwicklung nach Wiedervernässung und die Möglichkeit der Rückkehr zu einem früheren Zustand der Moore. Beides ist in Deutschland meist nicht möglich. Deswegen sollte eher von "Wiedervernässung" und "Restaurierung" die Rede sein. Diese Formulierungen drücken aus, dass das ANK auch neue, nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten für Moorflächen beinhaltet.
Das ANK kann mehr Menschen zu Mooren ausbilden und langfristige Strukturen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene aufbauen. Neben freiwilligen Maßnahmen sollte es auch planungs- und ordnungsrechtliche Anpassungen vornehmen und so ein verknüpftes Arbeiten beteiligter Behörden für eine umfassende Landschaftsbetrachtung ermöglichen.

Quelle: Greifswald Moor Centrum

Ordentlich ausgezeichnet!

Bundesverdienstorden für Hans Joosten

Hans Joosten (Foto: T. Dahms)

27.09.2021  Der Greifswalder Professor Hans Joosten erhält am 30. September den Verdienstorden der Bundesrepublik für seine Forschung und sein Engagement zu Moor und Klimaschutz. Unter dem Motto "Brücken bauen" zeichnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Moorkundler und 20 weitere Personen anläßlich des Tages der Deutschen Einheit im Schloss Bellevue aus. Die elf Frauen und zehn Männer trügen in herausragender Weise dazu bei, Lösungen für die globalen Herausforderungen unserer Zeit wie den Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Corona-Pandemie, Armutsbekämpfung, Migration und den Klimawandel zu finden sowie den Zusammenhalt in unserem Land zu stärken, so das Bundespräsidialamt.
Zur Auszeichnung für den gebürtigen Niederländer heißt es: „Dank Hans Joosten ist heute bekannt: trockengelegte Moore sind Klimakiller, „wiedervernässte“ Klimaretter. Der Biologe ist Vorreiter bei der Suche nach Wegen zum Klimaschutz. An der Universität Greifswald hat er das Greifswald Moor Centrum mitgegründet, eine der weltweit gefragtesten Forschungsstellen für den Klimaschutz. Bei der wissenschaftlichen Forschung zur Relevanz der Moore für das Klima hat es Hans Joosten jedoch nicht belassen. Er hat praktische Wege aufgezeigt, wie die Gebiete erneut landwirtschaftlich genutzt werden können und dabei eine ganz neue Fachrichtung geprägt, die „Paludikultur“. Über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus hat er sich stets auch in die politischen Debatten eingebracht, denn der Klimaschutz braucht das Handeln von allen.“
Schon im vergangenen Jahr waren sich Frank-Walter Steinmeier und Joosten bei einer Preisverleihung begegnet. Der Bundespräsident hatte dem Wissenschaftler den Deutschen Umweltpreis 2021 der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben.

"Die Maus" im Moor

Über Kuhrülpse, schmatzenden Boden und saure Gurken

17.08.2022 „Die Maus“ war da! Im Sommer hat die Kindersendung Klimathemen unter die Lupe genommen – unter anderem im Moor. Von den Wissenschaftler*innen des Greifswald Moor Centrum hat die Maus erfahren, warum Moore trockengelegt sind, Torf abgebaut wird und eine Landwirtschaft auf diesen Böden schlecht fürs Klima ist. Besonders wenn Kühe darauf weiden. Clarissa, Ralph und Johannes erklären, was eingelegte Gurken und Moor miteinander zu tun haben und warum ein Mann auf Schneeschuhen einen „Rasenmäher“ mitten im Moor fernsteuert und der Boden schmatzt. Mehr dazu in der "Sendung mit der Maus" am Sonntag 21. August 9:30 Uhr im Ersten oder um 11:30 Uhr im KiKa. Oder jetzt schon in der Mediathek.

Lese-Empfehlung: Moor Lektüren

Buch „3 Grad mehr“ und Heft „Politische Ökologie“ druckfrisch

5.07.2022 Heute erscheint das Buch 3 Grad mehr - Ein Blick in die drohende Heißzeit und wie uns die Natur helfen kann, sie zu verhindern im oekom-Verlag. Prominente Autoren wie Hans J. Schellnhuber, Stefan Rahmstorf, Jutta Allmendinger schildern, was Natur und Gesellschaft droht, da wir trotz der Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens auf eine derart hohe Erderwärmung zusteuern, aber auch wie wir das Schlimmste verhindern können. Das Kapitel von Prof. Hans Joosten erklärt, wie die Wiedervernässung von Mooren gegen die Klimakrise wirkt.
Der Oekom-Verlag widmet zeitgleich mit Moore – Trümpfe in der Klimakrise dem Thema ein ganzes Heft der Zeitschrift Politische Ökologie, mitherausgegeben von der Succow Stiftung. Er bietet zahlreiche Beiträge von Autor*innen des Greifswald Moor Centrum etwa über die Klimawirkung von Mooren, Paludikultur, über den politischen und rechtlichen Rahmen oder die Finanzierung von Moorschutzmaßnahmen.